Die Rose war es gewohnt alles zu haben. Der kleine Prinz hatte sie gegossen, mit ihr geredet, sie gepflegt. Nun war er weg, ihr Prinz. Bereiste die Planeten und schickte Briefe, die der Postbote nicht vorlas. Wie sollte sie – ohne Hände – die Umschläge öffnen? Wie die Worte lesen? Sie konnte nur hören. 

Und so wartete sie und horchte und wartete, vermisste die Schritte des kleinen Prinzen, seine Stimme, seine Hände. Hörte das Rauschen des Alls und wusste nicht, wo er war. Sie ließ die Blätter hängen und atmete schwer das CO2 aus der Luft, der Sauerstoff schmeckte bitter, kratzte in ihren Zellen. 

Die Tage schienen keine Stunden mehr zu haben, ihr Planet kein Oben und kein Unten. Am Sockel ihres Podests hatte sich ein kleiner Berg Briefe angesammelt, der jeden Tag um einen wuchs. Es gab so viele andere Blumen auf der Welt. Würde ihr Prinz zurückkehren? Sicherlich, am Ende der Geschichte. Das taten sie alle. Doch würde er nicht mehr er selbst sein. Ein Teil bleibt. Bei jeder Reise. Zurück.


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